Unser Verein

Vorstand unseres Vereins

Vereinsgeschichte

Zur Entwicklung
der Sportgruppen und Sektionen
in der Gemeinde Klostermansfeld
Die Sektion Fußball

Als nach der Jahrhundertwende der Fußball begann sich die Welt zu erobern, fanden sich auch in unserer Gemeinde Jugendliche, die sich der neuen Sportart verschrieben.
13.06.1912 Gründung „Fußballverein Viktoria 1912 Klostermansfeld“
In den verschiedenen bestehenden Turnvereinen wurde neben anderen sportlichen Disziplinen hin und wieder auch Fußball gespielt. Der Durchbruch wurde jedoch erst im Jahre 1912 erzielt. 17 fußballbegeisterte Jugendliche gründeten am 13. Juni im ehemaligen Gasthof „Goldener Zirkel" einen Fußballverein, der sich „Fußballverein Viktoria 1912 Klostermansfeld" nannte. Die Leitung übernahmen die Sportfreunde:
Karl Wernicke 1. Vorsitzender
Otto Mai 2. Vorsitzender
Franz Kuhne Spielführer der I. Mannschaft
Erich Kortum Technischer Leiter
Ein Monatsbeitrag von 50 Pfennig je Mitglied wurde festgelegt. Dieser Betrag reichte jedoch bei weitem nicht aus, um die erforderliche Ausstattung für den Spielbetrieb zu beschaffen. Unter großen persönlichen Opfern der Mitglieder wurden 2 Fußballtore, Abgrenzungsfahnen für das Spielfeld und nicht zuletzt die Fußbälle. wovon jeder damals 14,— Mark kostete, beschafft. Selbstverständlich mußte sich jeder Fußballer die notwendige Sportbekleidung und die teuren Fußballschuhe selbst kaufen.
Wenn man die geringen Löhne der jungen Arbeiter von damals in Betracht zieht, kann man verstehen, was jeder Spieler für seinen Sport an Opferbereitschaft aufgebracht hat.
Noch größere Schwierigkeiten entstanden um den Sportplatz.
Die Haltung der Herren der Mansfeld AG in dieser Frage war ein Beispiel menschen-feindlicher Machtpolitik einer kapitalistischen Gesellschaft, die ihre Machtpositionen in jeder Weise ausnutzte, um in alle Lebensbereiche der Bevölkerung einzugreifen und überall zu bestimmen.
So wird berichtet, daß die Mansfeld-Kapitalisten zwar der Gemeinde Klostermansfeld den heutigen Platz oberhalb des jetzigen Spielfeldes auf 99 Jahre verpachtet hatten, sie hatten sich aber im Pachtvertrag vorbehalten zu bestimmen, wer den Sportplatz benutzen durfte. Dass diese Verklausulierung auch streng eingehalten wurde, dafür sorgte der mit Hilfe der Mansfeld AG in Klostermansfeld als Dorfschulze amtierende Fahrsteiger Busch. Dieser gab den Schlüssel zu dem eingezäunten Platz nur am Sonntagvormittag an die Fußballer aus. An ein intensives Training konnte auch deshalb nicht gedacht werden, da an den anderen Wochentagen der Platz in erster Linie den vaterländischen Vereinen und den Pfadfindern zur Verfügung stand. So ist es vorgekommen, dass die Fußballbegeisterten und die Spieler den Zaun überstiegen und, jede sich bietende freie Minute nutzend, fleißig trainierten. Oberhalb des Platzes hatte die Mansfeld AG aber ihren Beamten Ackerland zur Verfügung gestellt, und der Fahrsteiger Schmidt hatte davon eine an den Platz grenzende Parzelle.
Es ist beim Training des Öfteren vorgekommen, das der Ball auf dieses Stückchen Land fiel und erst durch übersteigen der Umzäunung wieder zurückgeholt werden konnte oder aber von Schmidt für eine gewisse Zeit kassiert wurde. Seine fußballfeindliche Haltung ließ er dann meistens an den auf dem Schacht beschäftigten jungen Spielern aus. Aber die jungen Fußballer waren optimistisch und erfinderisch. Sie wurden auch mit diesen Schikanen fertig.
Sie spielten, wenn ihnen der Sportplatz versagt war, auf den Stoppeläckern vor dem Dorf, nachdem sie die Erlaubnis dazu von den Besitzern erwirkt hatten.
Ein neues, schwerwiegendes Ereignis behinderte bald den Fußballsport. Der 1. Weltkrieg brach aus und nahm dem Verein einen großen Teil der älteren Spieler, weil der Kaiser sie in die Soldatenuniform steckte.
Jüngere und vom Kriegsdienst reklamierte Sportler hielten den Spielbetrieb aufrecht. Infolge der zunehmenden Lebensmittelknappheit und der damit verbundenen Hungersnot wurden die Äcker für ihren ureigensten Zweck dringend gebraucht. So wurde auch der Spielplatz Ackerland, und die Spieler waren ohne Spielfeld. Auf dem Tummelplatz bei Schloss Mansfeld fanden sie wieder eine Möglichkeit, ihrem geliebten Sport nachgehen zu können.
Doch dazu mussten die Tore und Abgrenzungsfahnen zu jedem Spiel von Klostermansfeld zum Schloßberg und zurück transportiert werden. Zuvor hatten die Spieler den Platz auch noch planieren müssen.
Der unheilvolle Krieg hatte große Lücken in die Reihen des Vereins geschlagen, so dass nach Kriegsende ein zeitweiliger Zusammenschluss der Vereine Klostermansfeld und Mansfeld unter dem Namen „Spielvereinigung .Klostermansfeld/Mansfeld" erfolgte, um die erforderliche Anzahl Spieler zu erhalten. Bald trennte man sich jedoch wieder und spielte unter den alten Namen weiter.
Im Jahre 1921 bahnte sich eine neue Fusion zwischen den Fußballvereinen „Viktoria 1912 Klostermansfeld" und "Rasensport 1921 Benndorf" zum Zwecke der Förderung des Fußballsportes und der Verbesserung der Spielergebnisse an. Der Zusammenschluß der beiden Vereine wurde vorbereitet.
Am 1. Januar 1922 erfolgte dann in einer gemeinsamen Versammlung die Vereinigung der beiden Vereine. Diese Vereinigung, die von nun ab unter dem Namen „Sportfreunde 1922" Klostermansfeld/Benndorf spielte, brachte aber leider in Hinblick auf die Spielstärke auch nicht den erhofften Erfolg, da bald Abgänge von Spielern, besonders unter den Benndorfer Sportfreunden, zu verzeichnen waren. Auf Grund dieser Abgänge und der durch die Inflation hervorgerufenen finanziellen Schwierigkeiten konnte kein Leistungsanstieg erzielt werden. So kam der Vereinsvorstand mit einigen Spielern der I. Mannschaft überein, hier war es besonders der Sportfreund Franz Singer, das Hauptaugenmerk auf die Entwicklung eines leistungsfähigen Nachwuchses zu richten.
Der Lohn für diese gezielte Nachwuchsförderung blieb nicht aus. Mit Beginn des Spieljahres 1925/26 trat die I. Mannschaft der Sportfreunde stark verjüngt in folgender Aufstellung an:
Zwierschinski, W. Paduch, Bösel, Brombocz, Singer, Petri, Faber, Klimak. Wawerofski,
F. Himpel und C. Arlt.
Dieser Mannschaft gelang es, im Spieljahr 1927/28 die Bezirksmeisterschaft zu erringen. In den Aufstiegsspielen erreichte diese Mannschaft auch die II. Klasse des Kyffhäusergaues. Die Begeisterung des Klostermansfelder Publikums kannte keine Grenzen, als die Mannschaft von diesem erfolgreichen Spiel zurückkehrte. Mit Musik wurde „ihre Mannschaft" vom Bahnhof abgeholt und zum Festplatz begleitet, wo das Klostermansfelder Volksfest gefeiert wurde.
Die Durchführung des alljährlich stattfindenden Volksfestes ist den Fußballern zu verdanken und wurde aus der Not geboren. Bisher wurden die Fußballspiele auf dem Gemeindesportplatz ausgetragen, jetzt war dieser Platz für die kommenden Spiele nicht mehr ausreichend, so daß nach einigen Verhandlungen der heutige Platz von dem Landwirt Würzberg für 600,— Mark im Jahr gepachtet wurde. Es war für die verhältnismäßig kleine Mitgliederzahl des Vereins sehr schwer, die erforderliche Pachtsumme aufzubringen.
Man hatte deshalb beschlossen, einen Teil der Summe durch die Abhaltung von Frühlings- und Volksfesten auf dem Platz abzudecken. Das bedeutete natürlich, dass die Mitglieder nach den Festen den Platz in Arbeitseinsätzen wieder in Ordnung bringen mussten.
Es sei an dieser Stelle des langjährigen Kassierers Hans Wernicke gedacht, der es verstand, das Kassenboot des Vereins durch die Stürme der Zeit sicher zu steuern, damit die Gelder ihre zweckentsprechende Verwendung fanden. Ihm ist es auch zu verdanken, dass die zur Tradition gewordenen Klostermansfelder Volksfeste organisiert wurden und der Gewinn aus den Standgeldern der Schausteller mithalf, Löcher in der Kasse zu schließen.
Man durfte nicht auf errungenen Lorbeeren ausruhen, nach wie vor stand nach dem Aufstieg die Jugendarbeit im Vordergrund. Die I. Mannschaft behauptete nicht nur in ihrer Klasse ihren erkämpften Platz, sondern konnte aufgrund ihrer spielerischen Leistung, erzielt durch steten Trainingsfleiß, und durch ständige Entwicklung junger Spieler, auch im Spieljahr 1930/31 die Abteilungsmeisterschaft erringen.
Um in die nächst höhere Klasse, die I. Klasse des Kyffhäusergaues, aufzusteigen, waren wieder Aufstiegsspiele erforderlich. Gegner bei diesen Aufstiegsspielen war der Polizeisportverein Sondershausen.
Folgende Episode wird von diesem Spiel berichtet:
Unsere Mannschaft musste nun auf dem berüchtigten Kasernen-Sportplatz der Brüning'schen Polizei im 1. Spiel antreten. Die Spieler der II. Mannschaft und einige Schlachtenbummler aus Klostermansfeld versuchten in dem für Klostermansfeld so wichtigem Spiel, den Mannen um Spielführer Franz Singer durch Anfeuerungsrufe den notwendigen Rückenhalt zu geben, aber die Polizei in Sondershausen sperrte rein widerrechtlich einen großen Teil der II. Mannschaft und einige Schlachtenbummler für die Zeitdauer des Spiels ein. Dieses Spiel ging für unsere Mannschaft knapp verloren. Zum Rückspiel im „roten Klostermansfeld" wurde die Mannschaft aus Sondershausen von einer bis an die Zähne bewaffneten Hundertschaft begleitet, die auch geschlossen auf dem Sportplatz einmarschieren wollte: aber mit Hilfe des damaligen Orts-Gendarmen konnte der Vorstand durchsetzen, daß erstens die Waffen abgelegt wurden und zweitens jeder Polizist seinen Eintritt bezahlen musste. Das Spiel ging nach einer großen kämpferischen Leistung durch ein Tor des Spielers Kurt Seelmann mit 1:0 für die schwarz/gelben Farben siegreich aus, und damit wurde gleichzeitig der Aufstieg in die nächst höhere Spielklasse errungen und auch bis 1942 gehalten.
Die Machtübernahme Hitlers im Jahre 1933 hatte auch auf den Fußballsport seine negativen Auswirkungen und brachte viele Nachteile. Als 1939 durch Deutschland der 2. Weltkrieg vom Zaune gebrochen wurde, ent¬standen große Lücken in den Reihen der Sportler. Der Vorstand entschloss sich, um den Fußballsport trotzdem weiter zu betreiben, zur Bildung einer so genannten Kriegsspielgemeinschaft. So wurden Spieler von damaligen Vereinen zur Spielvereinigung Mansfeld/Leimbach und Blau/Weiß Burgörner-Altdorf herangezogen.
Diese Mannschaft errang im Spieljahr 1941/42 die Staffelmeisterschaft. In den Aufstiegsspielen zur Bezirksklasse des damaligen Bezirks Halle/Merseburg mußte unsere Mannschaft in der Aufstellung mit Michaelis, Hering, Hartung, Baumann, Schmidt, Konetzny, Paduch, Born, Kain, Römer, Zieb und Gräber nach zwei Unentschieden gegen VFB Schkeuditz im dritten und entscheidenden Spiel auf neutralem Platz in Halle nach einer 3:0-Pausenführung, in der 2. Halbzeit nur noch mit 10 Mann antretend (Baumann konnte infolge erlittener Verletzungen nicht mehr mitwirken), in der Verlängerung (116. Spielminute) eine Niederlage von 3:4 hinnehmen. Dies war der letzte Höhepunkt unserer Mannschaft, bevor die endgültige Niederlage Hitlerdeutschlands erfolgte. Durch die „totale" verbrecherische Kriegsführung schlief der Fußballsport dann auch in Klostermansfeld ein.
Nach der Zerschlagung des Faschismus ging es auch mit dem Fußballsport in Klostermansfeld wieder aufwärts. Unter der Leitung von Sportfreund 0. Harrland taten sich die Sportfreunde F. Singer, W. Bösel, K. Born und A. Baumann zusammen, um eine Mannschaft aufzubauen. Im September 1945 war es soweit, daß das erste Spiel gegen den alten Rivalen „Wacker 05" Helbra ausgetragen werden konnte. Es waren die Sportfreunde Holzapfel, Bösel, Horn, Hering, Lies, Nitka, Baumann, Stefaniak, Klimek, Voigt, Fulzyk und W. Chemnitz, die als erste wieder für Klostermansfeld kickten.
Spieler wie Krege, Harrland, K. Gräber, Kain, G. Bromboscz, Mittelstedt, Konieczny, Otto, R., E. und G. Friedrich, Chemnitz, Lukas, Brahmann, Sommer, Hartung, Döring, Pfeiffer, Wrobel, Wiesner, Stroczyk, Born, Michalski, Tobias und Lieske, die im Laufe der nächsten Jahre aus der Gefangenschaft zurückkehrten bzw. aus dem Nachwuchs hervorgingen, festigen die erste Mannschaft und ließen sie bald zu einer der stärksten des damaligen Gebirgskreises werden.
1948 wurde Klostermansfeld zum ersten Mal Kreismeister. Das Aufstiegsspiel gegen „Eintracht" Oberröblingen/Helme wurde zu Hause sicher gewonnen. Im Rückspiel hatte sich dann der Kontrahent den Ex-Oberröblinger LA Ebeling vom Hamburger Sportverein ausgeliehen und konnte den Spieß umdrehen. Obwohl zum Entscheidungsspiel in Querfurt unsere Mannschaft von einer großen Anzahl Zuschauern, die mit Fahrrädern und einem Buldogg mit 2 Anhängern (andere Beförderungsmittel standen damals nicht zur Verfügung) nach Querfurt gekommen waren, unterstützt wurden, behielt Oberröblingen, Dank der Regie von Ebeling, auch dort die Oberhand. Ab 1948 übernahm Sepp Schneider, unterstützt von den „Zwillingen" Barner/Kreklow sowie den Sportfreunden Tauer und Gorgas, die Führung der Sparte Fußball. Die nächsten 10 bis 15 Jahre waren wohl die glanzvollsten und auch erfolgreichsten des Klostermansfelder Fußballs. In einem Freundschaftsspiel wurde die Jungliga von Motor Zwickau mit 4:0 bezwungen.
Nachdem 1950 in Dresden das erste Mal in der DDR unter Flutlicht gespielt wurde, bauten im Frühjahr 1951 Sportler mit Unterstützung des EB-West Klostermansfeld eine Flutlichtanlage. 12 1000-Watt-Tiefstrahler wurden über dem Spielfeld aufgehängt. Nach der Generalprobe gegen Großörner (3:3) folgte am Vorabend des 1. Mai 1951 die Premiere gegen die Landesliga-Mannschaft von VP Eisleben.
Verstärkt durch die Leimbacher W. und H. Kluczynski sahen die 3 000 Zuschauer ein begeisterndes Spiel, bei dem es nach einer 1:0-Führung durch Fulczyk zu einem gerechten 1:1 unentschieden kam. In einem weiteren Nachtspiel (4 Wochen später) wurde dann vor fast 5 000 Zuschauern gegen den VFL Herzberg (BRD) mit 0:4 verloren. Im Dezember 1951 traten unsere Fußballer zur neu gegründeten BSG Turbine Klostermansfeld über. Große Unterstützung erhielten sie in dieser Zeit durch den Trägerbetrieb (EB-West), insbesondere durch den BSG-Leiter. Paul Biewald und die Sportfreunde Otto, Vollrath und Arthur Müller, der mit dem Betriebs-LKW jeden Sonntag unterwegs war, um die Mannschaften zu ihren Spielen zu bringen. Die neue Turbine-Elf verstärkte sich durch den Kreisfelder Klube und den Helbraer Adamitz.
Das Training leitete Otto Werkmeister vom DDR-Meister Turbine Halle, dem dann die Übungsleiter P. Klötzer und E. Korge folgten. Ein erster Erfolg unter dem neuen Namen gelang gegen den Jungliga-Meister der DDR Turbine Halle mit 4:3 Toren. Im Turbinepokal scheiterte man nach Siegen über Blankenburg und Großkayna im Halbfinale an Turbine Falkenberg.
Im Juni 1952 traf eine Kombination Helbra-Klostermansfeld au' die vom ehemaligen Schalker „Hännes Tibulski" betreute Viktoria Oldenburg (Amateur-Liga Norddeutschland) und konnte dieser mit 5:1 eine empfindliche Niederlage (übrigens die einzige auf ihrer Tournee) beibringen. Aus Helbra spielten Wolfram, Kollek, Janocha, Wiegand und Pitzig, aus Klostermansfeld Friebel, Pfeiffer, Kain, Strozcyk, Konieczny,. Adamitz, Krege und Hain. Im Rahmen des von Dr. R. Kosczielny ins Leben gerufenen Juniorenturnier kam es zu einem Spiel gegen eine Turbine-Auswahl, die fast identisch mit der Oberligamannschaft von Turbine Halle war und unterlag nach großem Spiel ehrenwert mit 1:3 Toren.
Die A-Jugend erreichte das Endspiel um den Titel „Landesbester der SV Turbine" gegen Gardelegen, wobei unter anderem der Nachwuchs des DDR-Meisters Turbine Halle mit 5:0 ausgeschaltet wurde. Aus dieser Mannschaft konnten bald die Spfrd. Ge. Friedrich, Rothe, Baumann,. Kosczielny, Himpel, Born, G. Stefaniak, Goymann u. a. in der ersten. Mannschaft eingesetzt werden.
Gegen die Mannschaften von Ilberstedt, Weddersleben und Aschersleben wurde der Aufstieg zur Bezirksklasse erreicht, wobei beim Spiel in Aschersleben mehrere tausend Zuschauer einen 4:1-Sieg für Klostermansfeld erlebten. Der Neuling entwickelte sich zum Hecht im Karpfenteich. Gleich im ersten Spiel gegen den Favoriten Motor Köthen wurde in Köthen mit 2:1 gewonnen. Ein Sieg folgte dem anderen. Gegen solche namhaften Mannschaften wie Quedlinburg, Bernburg, Aschers-leben konnte am Ende der ersten Serie ein Spitzenplatz erreicht werden. Danach folgte allerdings eine Serie von Niederlagen, doch reichte es zum Klassenerhalt. 1 000 Zuschauer bei den Heimspielen waren keine Seltenheit.
4 Männermannschaften und 5 Mannschaften im Nachwuchsbereich standen im Spielbetrieb.
Unbedingt erwähnt werden muss die damalige 2. Mannschaft, die so genannte Luncher-11, die jahrelang das Geschehen in ihrer Klasse bestimmte.
1954 und 1955 wurden 2 Lehrgänge in der zentralen Sportschule der SV-Turbine, unter Leitung des altinternationalen Richard Hofmann, in Planitz absolviert. Neue Namen wie Arlt, Krebs, Hiob, Wieprich und Gülzow tauchten auf. 1957 wurde der Aufstieg in die neu gegründete A-Bezirksklasse gegen Einheit Wittenberg, Walzwerk Hettstedt, Traktor Halle Ost und Motor Kretschau erreicht.
Diese Staffel setzte sich zumeist aus Mannschaften des Südostens unseres Bezirkes rund um Zeitz zusammen. Abgesehen von den sehr weiten Fahrten zu den Auswärtsspielen zeigte sich auch die Heimstärke dieser Mannschaften und bereits nach 2 Jahren ging es zurück in die B- und ein Jahr später in die 1. Kreisklasse. Dort spielte man zwar keine schlechte Rolle, doch lediglich im Spieljahr 64/65 gab man für 1 Jahr eine Gastrolle in der Bezirksklasse. Endlich 1963 ging es wieder aufwärts. Die Kreismeisterschaft wurde erreicht, und es ging in die .Aufstiegsrunde. Das erste Spiel war gegen den alten Rivalen, den Kreismeister des Kreises Hettstedt, Empor Mansfeld. Über 3 000 Zuschauer aus beiden Kreisen erschienen zu diesem Spiel, und die jetzt unter dem Namen Aktivist spielenden Klostermansfelder entschieden das Spiel durch 3 Tore von E. Frind mit 3:0 klar für sich, scheiterten denn jedoch an der wenig sportlichen Haltung der BSG Chemie Buna II, die ihre Mannschaft durch Spieler der ersten Mannschaft verstärkt hatte. Im nächsten Jahr wurde die Mannschaft wieder Kreismeister. In der Aufstiegsrunde folgten einer Niederlage bei Stahl Merseburg Siege gegen Einheit Rottleben, Traktor Barnstedt, Dynamo Kennungen und Einheit Großörner und somit der Wiederaufstieg zur Bezirksklasse.
Bis 1973 gehörte die jetzt unter dem Namen MK, Trägerbetrieb war inzwischen der Transportbetrieb des Mansfeld Kombinates, spielende Mannschaft der Staffel I der Bezirksklasse an und spielte dabei eigentlich immer eine gute Rolle. So starke Mannschaften wie Quedlinburg, Aschersleben, Bernburg und andere hatten in Klostermansfeld kaum eine Chance zu gewinnen. Auch das Publikum nahm wieder größeren Anteil an dem Geschehen auf dem Fußballplatz. So wurden z. B. an einem schönen Herbsttag bei einem Punktspiel in Dankerode 124 PKW gezählt, die fast ausschließlich aus Klostermansfeld kamen.
Ab Spieljahr 73/74 spielte Klostermansfeld in der Staffel IV. In dieser Staffel lief es nicht so gut. Trotz erfolgversprechenden Nachwuchses (Klötzer, Thieme, Frind, W., Chemnitz, Koch, Rossa, Ochsner, Rösner, Kellner und Bergmann) kam der nächste Abstieg. Mit 39:5 Pkt. und 60 Plustoren gegenüber dem Zweiten, Aktivist Wansleben, mit 27:17 Pkt. und 17 Plustoren wurde sofort und ganz souverän der Wiederaufstieg geschafft. So sah die damalige Elf aus: Arlt, Fulczyk, B. Chemnitz, Kunz, Ochsner, Rösner, Friedrich, W., Armsdroff, Otto, Auf fenbauer, Koch, Rossa und Silabetzki. Später kamen noch Fulczyk, St., Unger, Hartwich, Gäbelein, Jäckel, Köppe und Friedrich, P. dazu.
Die jetzt folgenden Jahre waren ein stetiger Kampf gegen den Abstieg. Starke Spieler wechselten zu anderen Mannschaften. Lediglich unter dem Übungsleiter W. Hildebrandt gab es noch einmal einen kleinen Ruck nach oben. 1981 war der Abstieg besiegelt. Der Start in der Kreisklasse war zwar recht verheißungsvoll, doch fehlt der jungen Elf um Otto und Koch die Beständigkeit. Zur Zeit rangiert die Mannschaft zwar in der Spitzengruppe, doch müsste eine große Leistungssteigerung eintreten, um am Ende ganz vorn zu stehen. Einen Erfolg kann diese Mannschaft jedoch bereits verbuchen. Nach vielen Jahren hat sie überraschender Weise erstmals wieder das Endspiel im FDGB-Kreispokal erreicht, wo sie auf den Favoriten MK Helbra trifft. Auch die von D. Scheibe betreute Junioren-Mannschaft hat gute Aussichten, in diesem Jahr den Kreismeister zu stellen.
Sektionsleiter der letzten 20 Jahre waren die Sportfreunde Schneider, Vollrath, Brahmann, Born und Kain. Übungsleiter die Sportfreunde Harrland, Fulczyk, Koneczny, Münch, Hildebrandt und Kunz.
Wenn in Klostermansfeld vom Sport gesprochen wird, dann kann man den Namen Joseph Schneider nicht unerwähnt lassen. Geboren in Saaz/ CSSR, war er als Turner im Sportverein Artus tätig. Im Jahre 1946 kam er nach Klostermansfeld, und da er seinen Sohn, der in der Jugend spielte, stets zum Fußball begleitete, trat er 1946 der Sportgemeinschaft MAS Klostermansfeld bei, und er wurde bald als Jugendleiter eingesetzt. Nach dem Ausscheiden des Sportfreundes Otto Harrland wurde er 1948 zum Leiter der Sektion Fußball gewählt. Diese Funktion übte er bis auf eine etwa zweijährige Unterbrechung bis 1970 aus. Einige Jahre war er Mitglied des Kreisvorstandes des DTSB und von 1960 bis 1980 Mitglied des KFA Fußball.
Sepp, wie er von seinen Sportfreunden genannt wird, war nun keineswegs der geborene Funktionär. Eine Versammlung zu leiten, eine lange Rede zu halten oder einen Bericht zu schreiben, fiel ihm bestimmt nicht leicht.
Seine Stärke war sein unbedingter Einsatz für die Sektion Fußball. Mit seinem Fahrrad oder Moped begleitete er die Jugend zu Auswärtsspielen. Trat ein Schiedsrichter oder Linienrichter nicht zum Spiel an, dann sprang er ein. Wenn es nötig war, half er beim Kassieren oder fungierte als Platzordner. Wurde ein Bus oder LKW benötigt, Sepp besorgte ihn. Er war nicht nur Sektionsleiter, er war einfach Mädchen für alles. Es ist nicht übertrieben, wenn man sagt, dass er den größten Teil seines Lebens für den Fußball u. seine Sektion gelebt hat. Auch jetzt, nachdem er keine Funktion mehr ausübt, ist er sofort zur Stelle, wenn er gebraucht wird. Seine aufopfernde Arbeit wurde gewürdigt, als ihm am 7. 10. 1980 vom Präsident des DFV der DDR Sportfreund Schneider in Leipzig die Ehrenplakette des DFV überreicht wurde. Von 1954 bis 1974 erhielt er die Ehrennadeln des DTSB und des DFV in Bronze, Silber und Gold.
An dieser Stelle möchten wir gleichzeitig einen weiteren Sportfreund herausstellen. Es ist Sportfreund G. Silabetschki, der mit 17 Jahren in die I. Mannschaft kam und nach seiner Hochzeit im Jahr 1965 nach Eisleben verzog. Trotz des Wohnungswechsels spielte er fast 20 Jahre für Klostermansfeld. Seine vorbildliche Einstellung zum Sport wurde 1978 mit der bronzenen Ehrennadel des DFV der DDR belohnt. Obwohl er 35jährig seine aktive Laufbahn beendete, stellte er sich 1982 der Mannschaft wieder zur Verfügung, um ihr aus der bestehenden Krise herauszuhelfen.


Dieser Bericht erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Es ist unmöglich, jeden aktiven Fußballer der letzten 35 Jahre namentlich zu nennen. Doch denken wir, dass wir einen etwaigen Überblick auf die Entwicklung unseres Fußballsportes gegeben haben. Wir wollen jedoch die Gelegenheit nutzen, allen Sportfreunden. die für das Wohl der Sektion Fußball gewirkt haben, zu danken, insbesondere allen Funktionären. Übungsleitern, Betreuern, Kassierern usw., die mitunter Wochenende für Wochenende ihre Pflicht taten.